Wird an meinen Baustellen gearbeitet?
- Zielgerichtet

- 8. Aug. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Deutschlands Straßen sind übersät mit Baustellen. Wo kann man überhaupt noch lang fahren, ohne durch eine Baustelle zu müssen?
Erschreckend ähnlich scheint mein Leben aus der Vogelperspektive auszusehen. Es ist ebenso übersät mit Baustellen. Da gibt es kleine, die recht schnell bewältigt sind, aber auch große.
Nehmen wir mal den Stolz, eine Dauerbaustelle:
Auch wenn ich es nicht direkt so zugeben würde, halte ich mich doch oft für etwas Besseres. Gerne vergleiche ich mich mit anderen, um meine eigenen Unzulänglichkeiten zu verdrängen und mein Ego aufzupolieren.
Oder die Unzufriedenheit:
Lange ist es her, dass ich zum letzten Mal wirklich Gott gedankt habe. Gottes Segen, den ich in großem Maße erleben darf, ist für mich zu etwas selbstverständlichen geworden.
Der Unfrieden:
Vergeben, ja, das kann ich, aber auch wirklich jedem? Meine Bemühungen nach Frieden mit allen Menschen lassen doch zu wünschen übrig.
Dann wäre da noch die Augenlust:
An jeder Ecke lauern Reize für meine Augen. Hier und da gebe ich ihnen nach und verliere Jesus, mein wirkliches Ziel, aus den Augen. Meine Gedanken verfangen sich in Dingen, die meinem Blick auf Gott langfristig schaden.
Definitiv auch ein Problemfall: die Zunge:
Sie kann in Sekundenschnelle einen ganzen Wald anzünden. Ich sollte langsam zum Reden und langsam zum Zorn sein. Doch oftmals bin ich besonders schnell, wenn es darum geht, unbeherrscht etwas von mir zu geben, das weitreichende Folgen nach sich zieht.
Ich kenne meine Problemstellen in- und auswendig. Schon häufig hatte ich motivierte Phasen, die aber recht schnell wieder nachgelassen haben. Vieles wollte ich erreichen, wenig ist mir gelungen. Mittlerweile weiß ich, woran der Fortschritt scheiterte. Meine eigene Mühe ist niemals ausreichend gewesen. Aber Jesus, der Baumeister, kann wirkliche Veränderungen herbeiführen. Als allwissender und allmächtiger Baumeister vermag er es, meine noch so großen Baustellen zu beheben. Ich kann kaputt, kraftlos und sündenbehaftet sein und trotzdem will er etwas Gutes aus mir machen. Selbst wenn andere mich meiden, Gott wird mich nicht weiträumig umfahren. Nein, er bietet freiwillig seine Hilfe an!
Nichts ist so unnötig und frustrierend wie Baustellen, an denen nicht gearbeitet wird. Sie halten die Verkehrsteilnehmer auf, sind ein ständiges Ärgernis, ruinieren den Anblick und zerstören den Ruf des Baustellenbetreibers.
Bin ich mir bewusst, dass viele Menschen aufgrund meiner Baustellen abbremsen müssen? Weiß ich, dass meine Baustellen andere auf ihrem Weg zum Himmel aufhalten und dass sie Gott Unehre bereiten?
Ja. Und dennoch ist das kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Lieber will ich Gott an mir und meinen Baustellen arbeiten lassen!

Kommentare